HONEST LIARS
WAS ZAUBERKUNST ÜBER MANIPULATION VERRÄT
Dieses Modellprojekt haben wir 2025/2026 erfolgreich in Zusammenarbeit mit dem Medienzirkus e.V. und der Sächischen Jugendstiftung entwickelt und realisiert.
In diesem Projekt erforschen junge Erwachsene in einer interaktiven Projektwoche in Form einer Laborwerkstatt die Parallelen und Unterschiede zwischen Täuschung in der Zauberkunst und Manipulationen im digitalen Raum.
Die Teilnehmenden werden dabei zu TRICKEXPERT:INNEN, die Täuschungsstrategien in der Zauberkunst selbst anwenden, zu MEDIENKRITIKER:INNEN, die Manipulation in der digitalen Welt hinterfragen, und zu GESTALTER:INNEN, die eigene Botschaften kreativ umsetzen.
TRICKEXPERT:INNEN
In fünf verschiedenen Labs erlernen die Teilnehmenden in Gruppenarbeit Zaubertricks, gestalten sie mit persönlichen Narrativen und analysieren ihre Wirkmechanismen. Jedes Lab widmet sich einer spezifischen Täuschungsstrategie:
- Wie können wir Aufmerksamkeit gezielt steuern?
- Was passiert, wenn wir starke Emotionen erzeugen?
- Welche Wirkung hat der Einsatz von falschen Identitäten?
- Wie ändert die Kontrolle von Perspektive unsere Wahrnehmung?
- Wie spielen Zauberkünstler:innen mit unseren Erwartungen?
In diesem spielerischen Rahmen beleuchten wir dabei auch die grundlegende psychologische Mechanismen, die dazu führen, dass Menschen leicht getäuscht werden können – wie selektive Wahrnehmung oder der Confirmation Bias. Ausgehend von Erfahrungen aus dem eigenen Alltag reflektieren die Teilnehmenden individuelle Wahrnehmungsmuster und gewinnen Einsichten in unbewusste Verzerrungen und ihre eigenen Blind Spots.
MEDIENKRITIKER:INNEN
Die Teilnehmenden schlagen die Brücke von der Zauberkunst zur digitalen Welt: Sie analysieren Clips und Beiträge aus ihrer eigenen Lebensrealität, reflektieren ihre Erfahrungen und erkennen, wie Informationen gezielt inszeniert oder manipuliert werden. Dabei erforschen wir gemeinsam:
- Wann funktionieren Täuschung und Manipulation als harmlose Unterhaltung?
- Wann richten sie Schaden an oder werden gezielt für antidemokratische Zwecke eingesetzt?
GESTALTER:INNEN
Die Teilnehmenden setzen alles, was sie in den vorherigen Schritten gelernt und entdeckt haben, kreativ um: Sie gestalten eigene Videoclips, indem sie ihre Zauberdarbietungen filmen und die dahinterliegenden Täuschungsstrategien sichtbar machen.
Zudem entwickeln sie für ihre Clips eigene Kampagnenbotschaften – und reflektieren dabei:
- Welche Täuschungsstrategien haben wir eingesetzt?
- Wo tauchen ähnliche Täuschungsstrategien und Manipulationen in unserer digitalen Lebensrealität auf?
- Wann können sie gefährlich werden und wie können wir ihnen aktiv begegnen?
Die Videos können optional auf Social Media geteilt werden. Im Mittelpunkt steht jedoch der partizipative Prozess: Die Jugendlichen gestalten aktiv, reflektieren ihre Strategien und üben, ihre Botschaften bewusst und wirkungsvoll zu vermitteln.